Dübendorf in engem Duell effizienter

Freitag, 3. März 2017

Dank dem effizienteren Powerplay geht der EHC Dübendorf in der Playoff-Halbfinalserie in Front. Der 4:1-Sieg des EHCD war für Wetzikon aber ein zu klares Verdikt.

«Eigentlich hatte ich gedacht, es laufe einer mit. Aber ich war alleine und musste fast schiessen.» Die Worte stammen von Dübendorfs Verteidiger Raphael Röthlisberger und beschreiben eine Szene aus der letzten Minute des zweiten Drittels. Röthlisbergers Schuss passte, Wetzikons Torhüter Simon Scherrer war zum dritten Mal geschlagen.

Der Treffer zum 3:1 war letztlich die Entscheidung im dritten Erstliga-Spiel der Playoff-Halbfinalserie - und auf Wetziker Seite ärgerte man sich zurecht darüber, dass man in diesen Konter gelaufen war. «Wir waren zu offensiv, verloren unseren dritten Mann», sagte EHCW-Captain Nicolas Marzan. Und Trainer Roger Keller fand: «Das war ein Fehler, der weh tat. Verhalten wir uns in dieser Szene cleverer, kassieren wir den Treffer nicht.» So aber hatte Röthlisberger dem EHC Dübendorf definitiv auf die Siegesstrasse verholfen.

Harziger Dübendorfer Start

Den Unterschied machte gestern vor 856 Zuschauern im Chreis aber nicht in erster Linie dieses Tor, sondern das Powerplay der Dübendorfer. Mit effizientem Überzahlspiel vermochte der EHCD einen harzigen Start zu korrigieren.

Denn die Anfangsphase der Partie gehörte - ganz im Gegenteil zum zweiten Spiel der Serie - dem EHC Wetzikon. Kellers Equipe reagierte auf die schwache Leistung vom Dienstag, war präsent, war aufsässig. «Wetzikon hat sich sehr gut auf uns eingestellt», sagte Dübendorf-Trainer Andrea Cahenzli, «wir mussten uns reinknien».

Das gelang dem EHCD allerdings nicht sofort. Denn Wetzikon nutzte gleich die erste Powerplay-Möglichkeit zum verdienten Führungstreffer: Sandro Gmür verwertete ein Zuspiel von Christian Trippel mit einem satten Slapshot (13.).

Die Dübendorfer Reaktion kam gut vier Minuten später ebenfalls in Überzahl. Röthlisberger lenkte einen Schuss von Captain Sägesser ab, «der Schuss war hart, mein Bein schmerzt jetzt noch», sagte der zweifache Torschütze nach der Partie.

Für Cahenzli war das 1:1 «vom Gefühl her schon sehr entscheidend. Denn danach waren wir in den Gängen». Die Partie war ausgeglichen und offen, temporeich und hätte jederzeit auf beide Seiten kippen können. Bei personellem Gleichstand auf dem Eis begegneten sich die Equipen auf Augenhöhe - «es war ein sehr enger Match», sagte Cahenzli. «Wetzikon spielte gut. Wir hatten heute auch das Glück des Tüchtigen.»

Mit Glück hatte der Dübendorfer Führungstreffer in der 26. Minute indes gar nichts zu tun. Im dritten Powerplay zeigte der EHCD-Paradesturm mit Dennis Barts, Ken Künzli und Andreas Bührer sein ganzes Können und machte so viel Druck, dass Bührer nach einer sehenswerten Kombination bloss noch das leere Tor zu treffen brauchte. «Das war herrlich herausgespielt», gab auch EHCW-Coach Keller zu.

Die Niederlage war für seine Equipe bitter, denn sie musste sich eigentlich nicht viel vorwerfen lassen. Die Wetziker zeigten Willen, sie erspielten sich gute Möglichkeiten. Aber ein Tor gelang ihnen nicht mehr, sogar dann nicht, als die Dübendorfer Defensive sie mit Fehlpässen und Missverständnissen dazu einlud. «Wir müssen cleverer spielen und unsere Chancen besser nutzen», urteilte EHCWCaptain Marzan.

«Sind noch lange nicht tot»

Matchwinner Röthlisberger sprach von einer guten Teamleistung. «Wir liessen im Schlussdrittel nicht mehr viel zu». Tatsächlich verwaltete Dübendorf den Vorsprung abgeklärt, obschon die wieder mit vier Linien angetretenen Wetziker bis zum Schluss viel Willen an den Tag legten. Der EHCD liess sich aber nicht mehr in Bedrängnis bringen. Auch dann nicht, als EHCW-Keeper Scherrer einem sechsten Feldspieler Platz machte. Barts setzte mit dem 4:1 ins leere Tor den Schlusspunkt.

Damit ist Wetzikon am Samstag im vierten Spiel unter Siegzwang - eine Situation, die der EHCW schon aus dem Viertelfinal gegen Chur kennt. «Wir sind noch lange nicht tot», sagte Keller. «Nun erzwingen wir die Belle.»

Text: Zürcher Oberländer
Bild: Christian Merz

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